Film trifft Schule 4 – ein Nachbericht

An neuem Ort, dem Studiokino im Filmarchiv Austria, hat filmABC von 12. bis 14.10. seine gemeinsam mit der PH Wien ausgerichtete Fortbildungsreihe für filmbegeisterte LehrerInnen „Film trifft Schule“ mit dem Thema „make / fake reality – Dokumentarfilm macht Schule“ fortgesetzt. Und auch die vierte Ausgabe war durchwegs ein großer Erfolg: Das Seminar war mit 40 TeilnehmerInnen wieder komplett ausgebucht und erneut konnten kompetente und interessante ReferentInnen gewonnen werden, die den LehrerInnen das Thema Dokumentarfilm für den Unterricht schmackhaft machten.

Den Beginn der Fortbildung gestaltete der filmABC-Projektleiter und -Geschäftsführer Gerhardt Ordnung mit einer einführenden Lecture zu Dramaturgie und Storyentwicklung in dokumentarischen Filmformaten, die anschaulich zeigte, wie bestimmte Module dokumentarischen Erzählens für den Unterricht entwickelt und anwendbar gemacht werden können.

Viele praxisnahe Beispiele, wie Dokumentarfilm erklärt und diese Gattung sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann, hatte der Münchner Medienpädagoge Stefan Stiletto für seinen Workshop „Inszenierte Wirklichkeiten – Wie Dokumentarfilme uns die Welt zeigen“ eingepackt – was bei den TeilnehmerInnen sehr gut angekommen ist.

Thomas Ballhausen, der Leiter des Studienzentrums im Filmarchiv Austria, konnte bei seinem Vortrag „Zur Bildstiftung des Dokumentarischen aus der Sicht des Archivs“ die Arbeit seines Hauses eindringlich vermitteln und gewährte dabei neue Blicke auf den Ort und die Institution „Archiv“.

Wie Geschichte in der Form des Animationsfilm – vielleicht sogar besser als im gespielten Film – darstellbar gemacht wird, zeigte Benjamin Swiczinsky anhand seines Diplom-Kurzfilms „Heldenkanzler“. Zudem erlaubte er interessante Einblicke in den gesamten Prozess der Animationsfilm-Produktion von der ersten Idee über die langwierige Entwicklung und Verwirklichung bis zur Verwertung des fertigen Films.

Die Fortbildung hat auch Platz für die Präsentation von zwei neuen Projekten geboten, durch die SchülerInnen und LehrerInnen einen aktiven Zugang zu Dokumentarfilm finden können. Zum einen stellten Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber die in Österreich von ihnen betreuten „One World Filmclubs“ vor, bei denen SchülerInnen mit Unterstützung von Standbild – Verein zur Förderung audiovisueller Medienkultur eigene Filmclubs mit gesellschaftlich relevanten Dokumentarfilmen initiieren können. Zum anderen demonstrierte Manfred Neuwirth die von ihm mitkonzipierte e-Lecture „Was ist Dokumentarfilm?“, die im Bildungskontext über mediamanual.at frei zugänglich ist.

Und auch ein großer Praxisteil fehlte nicht bei „Film trifft Schule“: Die Dokumentarfilmerin Maria Weber schilderte Erfahrungen aus ihrer Arbeit mit Jugendlichen und zeigte, auf was grundsätzlich zu achten ist, will man sich an die Form des filmischen Dokumentierens wagen. Das Gelernte setzten die LehrerInnen gleich selbst um, indem sie filmische Haikus zum Thema „Herbst“ erstellten und präsentierten (anzusehen auf der filmABC-Website). Zum Abschluss des Seminars konnten LehrerInnen dann noch von ihnen betreute dokumentarische Schulfilm-Projekte vorstellen und auch diskutieren.

Insgesamt ist das Seminar bei den TeilnehmerInnen sehr gut aufgenommen worden und angekommen – vor allem die verschiedenen Zugänge zum Thema und die vielen wertvollen Anregungen für die Arbeit mit Dokumentarfilm im schulischen Kontext wurden lobend hervorgehoben. Und auch der gewählte Ort – das Studiokino im Filmarchiv Austria – wurde äusserst positiv bewertet. Dass just während des Seminars bei gleichzeitigem Herbsteinbruch die Heizung ausfiel, ließ sich dann auch verschmerzen, denn wie bemerkte eine Teilnehmerin im Nachhinein: „… aber die interessanten RednerInnen ließen die Kälte vergessen.“ In diesem Sinne ist die Fortsetzung der Seminarreihe, dann mit dem Arbeitstitel „Unterricht mit Film-Genres und Genre-Filmen“ nicht für Sommer, sondern für Frühjahr 2012 geplant. Genauer für 14. bis 16. März und wieder in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria! Details dazu und zu weiteren filmABC-Seminarangeboten gibt es auf der filmABC-Website.

Und hier noch Impressionen von der Veranstaltung:

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