Brigitte Weich bei 5xFilm

Auch im Schuljahr 2011/12 führt filmABC zusammen mit der Filmbande des Rainergymnasiums und mit Unterstützung durch KulturKontakt Austria und dem Fachverband der Film- und Musikindustrie Österreichs die Schulkinoreihe 5xFilm fort – und das bereits im sechsten Jahr. Damit ist 5xFilm sicherlich eine der erfolgreichsten und am längsten kontinuierlich existierenden Filmvermittlungsreihen in Wien!

Und auch der Auftakt der neuen Staffel am 03.10. war sehr gelungen – mit einem gut gefüllten Stadtkino, mehreren Klassen verschiedener Schulen, einem außergewöhnlichen Dokumentarfilm, interessierten SchülerInnen mit interessanten Fragen, einem spannenden und informativen Filmgespräch und einer sympathischen und auskunftsfreudigen Filmemacherin.

In der gezeigten Dokumentation HANA, DUL, SED …  folgt die Filmemacherin Brigitte Weich vier Spielerinnen des Nordkoreanischen Frauenfußballteams – eines der besten der Welt – während ihrer aktiven Laufbahn und nach dem Ende ihrer Karriere. Dabei wird das weitgehend unbekannte Leben in dem hermetisch abgeriegelten kommunistischen Staat, von seinen imposanten Monumenten und pathetischen Gesten bis zu ganz alltäglichen Situationen, wie beiläufig eingefangen.

Natürlich war die besondere Situation des Filmemachens in einem totalitären, abgeschotteten System mit all den damit verknüpften Reglementierungen, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ein wesentlicher Bestandteil des Filmgesprächs – auch an der Beschreibung der Zensurversuche bei der Erstellung des Films und wie das Filmteam diesen entkommen konnte sowie an der Frage, inwiefern der Film selbst Kritik am dargestellten System übt, zeigten die Schülerinnen großes Interesse. Anschaulich und spannend schilderte die Filmemacherin ihre Erfahrungen im Land und ihren Zugang zu den Protagonistinnen und konnte so einen interessanten Einblick in eine verschlossene Gesellschaft geben.

Darüber hinaus gewährte Brigitte Weich vielerlei Einblicke, wie und warum sie zum Filmemachen gekommen ist (HANA, DUL SED … ist ihr Erstlingsfilm), wie zeitintensiv die Arbeit am Film war – seit der Entscheidung, in und über Nordkorea eine Film zu machen im Jahr 2002 bis zum Kinostart 2011 und der anstehenden „Schreibtisch-Nach-Arbeit“ sind annähernd 10 Jahre vergangen – und welche Ideen sie für zukünftige Filmprojekten hat. Abschließend zeigte sich die Filmemacherin sehr überrascht und erfreut über die Art der Fragen und die Intensität des Gesprächs und betonte, dass Filmgespräche mit erwachsenen Publikum meist nicht so gut verlaufen!

So sind wir schon sehr auf das nächste 5xFilm gespannt – Termin, Film und Gast werden in Kürze bekannt gegeben und kommuniziert. Aktuelle und allgemeine Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es jederzeit auf der filmABC-Website unter http://www.filmabc.at/de/5xfilm/ .

Und hier noch ein paar Impressionen von der Veranstaltung:

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3 Antworten zu “Brigitte Weich bei 5xFilm”

  1. stimmt – cooles publikum, die kiddies. 🙂 – also vielen dank fuer die einladung, war spannend fuer mich. s’ist zwar so, dass die filmgespraeche zu hana … meist sehr engagiert und interessiert sind – insofern stimmt’s nicht ganz, dass sie mit erwachsenen nicht so gut verlaufen – aber es gab in der tat eine frage/bemerkung, die bisher so noch nie kam. und die noch eine weile nachgehallt hat in mir. nach der spenderin der wortmeldung wird noch gefahndet 😉 …
    also nochmal danke + liegrue – brigitte

    • Martina Partilla Says:

      Als begleitende Lehrerin würde mich interessieren, welche Frage noch lange nachgehallt hat. Ich möchte auch noch einen großen Dank an Brigitte Weich für ihre allen Fragen entgegenkommende natürliche Haltung aussprechen. So ist ein Klima des Vertrauens entstanden, das Fragen aller Art ermöglicht und SchülerInnen ermutigt, Fragen zu stellen.
      Danke an Brigitte Weich!
      L.G. Martina P.

      • freut mich, liebe martina partilla, und dank zurueck.

        die schuelerin sass links, von mir aus gesehen, und die frage kam, nachdem wir eine weile ueber „zensur“ gesprochen haben, und darueber, ob das noko regime mit dem film froh war, bzw. warum nicht. sie meinte dann sinngemaess, dass der film aber doch kritisch SEI, und ob das regime das nicht gestoert habe. und das macht – wenn man genau drueber nachdenkt – ein ganzes paket von themen auf:

        es gab in der „erwachsenen“ rezeption gelegentlich die kritik oder diskussion, ob der film unkritisch ein geschoentes bild einer totalitaeren diktatur zeige. schon da drueber kann man ohne ende nachdenken – und das habe ich auch getan. dass diese schuelerin aber ein kritisches potential in dem gesehen hat, was sie da gesehen hat, und die problematik, soetwas mit einem herrschenden totalitaeren system zu machen, geht tatsaechlich noch mal eine schichte tiefer, denke ich. es reicht von der urproblematik, ein solches projekt ueberhaupt anzugehen, weil man ja weiss, dass kritik nicht moeglich sein wird. es beruehrt das thema der genuin unterschiedlichen sichtweisen von dos and don’ts innerhalb von gesellschafts-ordnungen und damit die komplett unterschiedliche wahrnehmung von un/kritischer darstellung durch deren jeweilige mitglieder, und es geht schliesslich bis zur frage der lauterkeit der veroeffentlichung von bildern im wissen um deren unterschiedliche wirkung in diesen grundverschiedenen gesellschaftlichen kontexten.

        mit ihrer frage hat die schuelerin also fast die basis all dessen angesprochen, was mich ueber die jahre gequaelt hat, in der loesung der aufgabe, ein solches projekt zu realisieren.

        liegrue und noch ein aufregendes schuljahr mit diesen spannenden heranwachsenden buergerInnen 🙂
        bw

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